Kunst – abseits des Mainstreams
Dienstag 26. September 2017

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COPY MAN – EIN PRAKTIKANTEN-ROMAN

Anton, der schüchterne Student, der kurz vor seinem Magisterabschluss steht, hat es geschafft. Er hat seinen ersten richtigen Job in der Tasche: Mitarbeiter bei einem Marktforschungsinstitut.
In der Tasche? Nicht ganz. Denn er hat nicht mit der 14-tägigen unbezahlten Probezeit gerechnet, die laut seines Vorgesetzten Herr Kremer eine reine „Win-Win-Situation“ ist. Außerdem muss er seine Kompetenzen und sein Durchhaltevermögen gegen zwei weitere Praktikanten, Thorsten und Sophia, unter Beweis stellen.
Bereits am Anfang der zweiwöchigen Tortur geraten die drei Bewerber aneinander, was das von der Geschäftsleitung gewollte Konkurrenz-verhalten vorantreibt.
Nach der absolvierten Probezeit bekommt Anton eine Absage. Als er erfährt, dass auch Thorsten und Sophia abgelehnt wurden, gründen die drei in einem Online-Netzwerk die Gruppe „FigView AusGebeutete“, die innerhalb kürzester Zeit einen Mitgliederboom verzeichnet. Ihre daraus resultierende Feststellung, „wir sind nicht die einzigen ausgebeuteten Opfer der FigView“ und ihre Teamarbeit bringen sie in Höchstform.
Sie zetteln Demonstrationen an, lassen die Chefetage der Firma auflaufen und lassen sich als japanische Scheinfirma die Methoden zur Praktikanten-Ausbeutung schriftlich geben.

„Ausgebeutet, ausgenutzt, verarscht“, die Praktikanten-Schikane soll nun ein Ende haben. Markus Henrik träumt mit „Copy Man“ seine eigene Revolution, anfangs etwas eintönig, schlägt die Spannungskurve weit aus und spätestens im zweiten Drittel des Romans kann man das Buch nicht mehr aus der Hand legen. Seine Botschaft “Wehrt euch!” kommt nicht von ungefähr. Er selbst gibt an bei einigen Musikverlägen unbezahlte Praktika gemacht zu haben, in denen er vor allem Kaffee gekocht und kopiert hat.

Locker-leichte Sommerlektüre nicht nur für Praktikanten!

ISBN: 978-3-8218-6084-8
Verlag: eichborn Verlag
Erschienen: Februar 2010
Preis: 12,95€
Seiten: 207

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