Kunst – abseits des Mainstreams
Mittwoch 13. Dezember 2017

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ERÖFFNUNGS-PRESSEKONFERENZ ZUR FRANKFURTER BUCHMESSE

In dem eigens für die internationale Automobil Ausstellung (IAA) erbauten Open Space, dem pompösen Pavillon auf der Agora fand am 11. Oktober die Eröffnungs-Pressekonferenz der Frankfurter Buchmesse 2011 statt.
Dieses Jahr sind insgesamt 7.384 Aussteller, davon 56% internationale Aussteller, in der Bankenmetropole zu Gast. Die weltweit größte Messe in der Publishing-Branche rechnet mit ähnlich vielen Besuchern wie im letzten Jahr, damals annähernd 280.000 von denen mehr als zwei Drittel Fachbesucher waren.Nach der Präsentation des ersten E-Books 2010, stehen in diesem Jahr die multimedialen Inhalte stark im Vordergrund, die die einst „mittelalterlichen Büchmess“ an den Puls der Zeit bringen.

Neben Themen, die Prof. Dr. Gottfried Honnefelder, dem Vorsteher des Börsenvereins des Deutschen Buchhandels, Jürgen Boos, Direktor der Frankfurter Buchmesse und dem Vorstandsmitglied der Audi AG Peter Schwarzenbauer ansprachen, war einer der wesentlichen Punkte auf der Eröffnungs-Pressekonferenz die Zukunft des Buches in 2025.

Wird es digitalisiert?
Hat in Zukunft jeder seine Bibliothek auf einem Ebook-Reader beziehungsweise iPad oder einem vergleichbaren Produkt?

Verleger und Buchhändler hatten sich vorab in einer Sitzung beraten, wie man sich das entsprechende Wachstum der Schriftwerke und E-Publikationen vorstellen kann. Als Kernpunkt dieser Gesprächsrunde nannte Honnefelder, dass man sich einig war, dass der Buchmarkt weiterhin wächst, und dass man auf einem guten Weg sei. Eine weitere wesentliche Frage war die Zukunft des stationären Buchhandels. Seit der Geburt der Ebooks, dessen Werdegang allerdings noch sehr schleppend voran geht, beklagen Autoren und Verleger, ähnlich wie bei illegalen Musikdownloads, die „Internetpiraterie“. Obwohl der Markt mit ca. 1% Ebooks sehr klein ist, wurden doch rund 60% der genutzten Ebooks illegal aus dem Internet „gezogen“.

„Multimediale Inhalte sind die Zukunft“, so Boos.

In den nächsten Jahren wird es einen Aufbruch geben. Die Branche erfindet sich neu, man muss neues Wissen erwerben, es entstehen neue Gebiete, drückt es Boos aus. Die Rolle des Menschen muss sich neu erfinden, wie es schon im Zeitalter der Aufklärung im 18. Jahrhundert hieß. Das Buch wird interaktiv, nicht selten tun sich Buchautoren mit Drehbuchautoren zusammen und planen die Bestseller von morgen strategisch.

Auch Peter Schwarzenbauer, Leiter des Marketing und Vertriebs der Audi AG, war als Repräsentant seines Automobilkonzerns, einem Kooperationspartner der Frankfurter Buchmesse, anwesend. Audi stellt dieses Jahr erstmalig ein neues Projekt, das Open Space, mit dem Kooperationsprojekt „Open Talks“ vor, in dem verschiedene Diskussionsrunden und Veranstaltungen stattfinden.

„Die isländische Literatur reist viel rum“

Im Anschluss an die 60-minütige Pressekonferenz wurde in einem Presserundgang der Ehrengast Island vorgestellt. 40 isländische Autoren, darunter der wohl bekannteste isländische Krimi-Autor Arnaldur In∂ridason, Yrse Sigur∂ardóttir, Árni Thórarinsson und weitere waren aus dem Land der Geysire angereist, um die einmalige Chance als Ehrengast auf der Frankfurter Buchmesse auszustellen, zu nutzen und ihr mit nur 318.236 Einwohner sehr dünn besiedeltes Land zu repräsentieren. Um seine isländischen Leser mit nach Deutschland zu nehmen, hat sich das isländische Organisationsbüro etwas ganz besonderes einfallen lassen. Im Voraus wurden die isländischen Bürger gebeten Bilder von sich und ihrer Bibliothek zu Hause zu machen und über die Internetplatform Facebook einzusenden. Von den 30 besten Einsendungen wurden „Lesevideos“ gemacht, die im Forum der Ebene 1 bewundert werden können. Interaktiv schaut man in die Wohn-, Schlaf- und Lesezimmer der isländischen Bevölkerung, die Jedermann am Lesen ihres Lieblingsbuches teilhaben lässt. Die gemütliche Atmosphäre, geschaffen durch Wohnzimmeraccessoires wie Couch, Sessel, Teppich und vielen weiteren Details, läd der Ausstellungsraum des Ehrengastes zum ganz besonderen Entspannen ein. Ein weiteres Highlight ist der „Island-Würfel“, der bereits bei der Expo in Shanghai zum Einsatz kam. Die rund zehn minütige, eindrucksvolle Präsentation zeigt die Natur Islands und die Lebensweise der Bevölkerung.

Fazit: nach erstem Eindruck eine gelungene, ansprechende Veranstaltung.

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